Island

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Tourdaten

Kilometer | Tage | Höhenmeter

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Tourentipp Island

Auch wer schon viel gesehen hat in seinem Motorradleben, wird doch erstaunt sein über die Vielseitigkeit Islands. Aktive Vulkane, eiskalte Seen, heißer stinkender Schwefeldampf, kalbende Gletscher, spritzende Geysire und natürlich die gewaltigen Wasserfälle. Nicht nur die Natur ist extrem, auf dieser Insel im Nordostatlantik, auch das Wetter spielt hier in einer eigenen Liga. Nicht umsonst ist im Wetterbericht so häufig die Rede vom Islandtief. Daher ist auch im Sommer im Hochland noch Neuschnee möglich, wie ich selbst feststellen durfte. Nicht die besten Voraussetzungen zum Motorrad fahren. Aber gerade diese schwierigen Bedingungen machen Island zu einem der letzten Abenteuer in Europa.

Es ist ohne weiteres möglich, die Insel auf dem sogenannten „Golden Circle“, einer komplett asphaltierten Straße zu umrunden. Auch dabei kann man viele Sehenswürdigkeiten bestaunen. Aber mich zog es in die urwüchsige Natur, ins Zentrum Islands, dorthin, wo mehr Schafe als Menschen leben und wo es sich für die Isländer nicht lohnt, Brücken zu bauen.

Das bedeutet allerdings auch, viele Flüsse mit dem Motorrad zu durchfahren. Und genau dafür hatte ich mir eine leichte Enduro umgebaut. Meine kleine Suzuki DRZ 400 S hatte mich bisher sicher durch das Baltikum und Südengland getragen und würde mich bestimmt auch hier nicht enttäuschen.

TIPP: Grundsätzlich kann Island mit jedem Motorrad bereist werden. Aber wer sich abseits des Asphaltbandes an der Schönheit der Natur erfreuen möchte, wird mit einer Reiseenduro sicherlich auf Dauer glücklicher. Und wer im Fluss mit seinem Reisedampfer umkippt, wird sich über jedes Kilo freuen, das nicht in die Senkrechte gewuchtet werden muss.

Ein großer Tank ist sehr hilfreich, denn bei einigen längeren Strecken gibt es keine Kraftstoffversorgung. 300 km Reichweite sollten es schon sein.

Grobes Reifenprofil ist Pflicht. Ich fuhr recht gut mit dem Klassiker TKC 80 von Continental, dazu passend die verstärkten Schläuche. Denn das Vulkangestein ist teilweise recht scharfkantig.

Zunächst war aber die ca. 500 km lange Anreise von Kiel nach Hirtshals, dem dänischen Fährhafen, zu bewältigen. Die kleine Suzuki schlug sich recht wacker auf der Autobahn. Und dank des Windschildes von Puig war die Tour auch für mich erstaunlich gut zu ertragen.

Die erste Nacht verbrachte ich auf einem Campingplatz in der Nähe des Hafens, um gleich am frühen Morgen am Check-In-Schalter zu sein. Aber anscheinend hatten auch andere diese Idee. Vom einfachen Wanderer über moderne Mountainbiker bis zum voll ausgestattetem Offroad-Truck, stand schon eine lange Schlange aus den verschiedensten Herkunftsländern an, um den riesigen stählernen Bauch der Fähre zu entern. Nachdem alles gut verzurrt war, ging es zu den Kabinen. Ich hatte zwar die einfache Variante gebucht, aber dass es so eng zugehen würde, hätte ich nicht erwartet. Ich habe schon unter den unmöglichsten Bedingungen übernachtet. Aber ca. 1,8 m x 2,8 m für sechs Personen incl. Gepäck hatte ich noch nicht erlebt. Auf der Rücktour kam es übrigens noch dicker, da mussten sogar neun Personen auf der gleichen Fläche klarkommen.

Tourentipp Island

TIPP: Da die günstigen Schlafplätze begrenzt sind, sollte die Buchung möglichst frühzeitig erfolgen. Etwas preiswerter wird es auch, wenn die Mahlzeiten gleich mitgebucht werden. Wer dann auch noch ein paar Tage Zwischenstation auf den wilden Färöern macht, spart weiteres Geld. Bitte auch bei der Reiseplanung beachten, dass die Fähren nicht an jedem Tag fahren.

Glücklicherweise war das Wetter sehr schön und man konnte sich gut auf dem Außendeck aufhalten. Nach zwei Tagen auf dem stillen Atlantik, mit einem kurzen Zwischenstopp auf den Färöern Inseln, erreichten wir den Fährhafen Seydisfjördur bei Nieselregen und kühlen 10°. während in Schleswig-Holstein zur gleichen Zeit die Sonne des Jahrhundertsommers vom Himmel brannte. Aber ich wollte es schließlich so haben. Und Regen soll angeblich gut für die Haut sein. Und bei den kühlen Temperaturen konnte ich meine extra angebauten Heizgriffe von Koso ausgiebig testen. Immer positiv denken!

Als erstes führte mich mein Weg nach Egilsstadir, die größte Stadt im Osten Islands, eine echte „Metropole“ mit fast 2400 Einwohnern! In der Tourist-Info deckte ich mich mit detaillierten Karten über das Hochland ein. Diese vermitteln u. a. eine gute Übersicht über die Beschaffenheit der Tracks und die Anzahl der Wasserfurten. Besonders spannend für mich: die F-Straßen, z. B. F 910, denn die sind nur für geländegängige Fahrzeuge geeignet.

Tourentipp Island

Der nächste Tag brachte besseres Wetter. Es wurde wärmer und die Sonne kam raus. Frohgemut machte ich mich auf zum Askja, einem 1516 m hohen Vulkan. Unterwegs hatte ich dann auch meine erste größere Furt zu bewältigen. Am anderen Ufer stand schon eine Reisegruppe aus Russland mit mehreren Motorrädern und einem Begleitfahrzeug. Während die Russen einer nach dem anderen den Fluss querten, war ich erstmal damit beschäftigt, alle empfindlichen Dinge wasserdicht zu verpacken. Meine neuen Freunde versprachen, mir zu helfen, falls ich umkippe, somit hatte ich keine Ausrede mehr und gab Gas. Die wasserdichte Hose (Vanucci Okovango II) hatte ich über die Stiefel (Daytona Transopen) gezogen und eng zugebunden. Und bevor da Wasser eindringen konnte, war ich schon am trockenen Ufer angekommen. Erleichtert und glücklich meine erste größere Wasserquerung mit vollem Gepäck gemeistert zu haben, fuhr ich weiter.

Schwarzes Vulkangestein, tiefe Sandlöcher und endlose Ebenen: Ich hatte zeitweise das Gefühl, als erster Mensch einen fremden Planeten zu erkunden. Hier im Hochland kann es, trotz Hochsommer, immer noch Schnee geben. Trotzdem ist das Wasser des Kratersees durch die Vulkanaktivität so warm, dass man darin komfortabel schwimmen kann. Solche irren Gegensätze begegnen einem auf Island ständig und machen für mich einen Großteil der Faszination dieser Insel aus.

Nach Sonnenuntergang wurde es sehr kalt im Askjacamp auf ca. 800 m Höhe, wo ich mein Zelt aufgeschlagen hatte. Die Temperatur sank bis auf den Gefrierpunkt und ich musste alles anziehen was ich hatte, um einigermaßen die Nacht zu überstehen. Am frühen Morgen half ein heißer Kaffee, die müden Glieder wieder in Wallung zu bringen.

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TIPP: Das Wetter auf Island. Unterschätze nie die Kraft der Natur. Die Wettervorhersagen sollten ernst genommen werden. Neben Schnee und Regenschauern gibt es auch Sandstürme und teils heftige Windböen, die Orkanstärke erreichen können. Teilweise so stark, das Motorradfahrer absteigen mussten oder sogar umgeweht wurden.

Mein nächstes Ziel war der Dettivoss, ein Wasserfall im Nordosten der Insel. Die Wassermassen, die dort in eine tiefe Schlucht stürzen, die Gischtwolken, die bei Sonnenschein einen tollen Regenbogen bilden, all das ist ganz großes Naturkino. Aber genauso beeindruckend war die Menge an Touristen, die das Spektakel bewunderten und fotografierten. Mich zog es schon bald wieder in die Einsamkeit, die auf Island zum Glück nie weit weg ist.

Tourentipp Island
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Hinweis: Das Thema Tourismus wird von den Isländern sehr kontrovers diskutiert. Einerseits freuen sie sich über die Einnahmequelle, andererseits ist die Insel mit der Infrastruktur an ihre Grenzen gekommen. Ca. 300.000 Einwohnern stehen jährlich ca. 2,5 Millionen Touristen gegenüber, von denen sich einige nicht an die Regeln halten. Und da sich Schäden hier in der Natur hier nur sehr langsam regenerieren, fallen sie umso mehr auf. Auch weggeworfener Müll oder menschliche Ausscheidungen verrotten nur sehr langsam.

Schon auf Reserve erreichte ich die nächste Tankstelle in Varmalid, die gleichzeitig auch Versorgungsstation für die Einheimischen und Durchreisenden ist.

Gerade als ich nach dem Tanken weiterfahren wollte, rollte eine Bikerin mit Ihrem Motorrad und englischem Kennzeichen auf den Parkplatz. Sie fiel mir auf, weil sie nicht wie anscheinend alle anderen Motorrad-Touristen, auf R 1200 GS, Africa Twin oder KTM Adventure unterwegs war. Ihr Moped sah aus wie eine zu heiß gewaschene Yamaha XT 600, war aber eine XT 225 Serow, mit nur 108 kg und 20 PS, wie sie mir erklärte. Sie heißt Helen und wir beschlossen für eine Weile zusammen zu fahren, um uns bei Schwierigkeiten gegenseitig helfen zu können.

Die Geschichten, die Helen zu erzählen hatte, waren wirklich beeindruckend: Die kleine XT hatte sie vor vier Jahren mit 8000 km auf dem Zähler von einem Japaner gekauft und war damit alleine durch Afrika und Europa gefahren. Jetzt hatte die Maschine 90.000 km runter, die Gabel leckte und der Motor brauchte jeden Tag seine Ration frisches Öl. Der E-Starter ging nach einem Sturz auch schon lange nicht mehr. Glücklicherweise hatte die Serow noch einen Kickstarter.

Auf unserer Route durchs Hochland begegneten uns kaum noch Menschen, nur immer wieder Schafe. Nur einmal lief ein Polarfuchs eine Zeitlang direkt auf dem Track vor uns her. Auf den Anblick von Rentieren mussten wir leider verzichten. Die findet man nur in den östlichen Landesteilen.

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TIPP: Vorsicht ist geboten, wenn Schafe auf beiden Straßenseiten stehen. Meistens kommen die Biester genau dann auf die Idee, die Seiten zu wechseln, wenn man fast auf gleicher Höhe ist. Oft ist das dann auch noch ein Muttertier mit zwei Lämmern im Schlepptau.

Tourentipp Island

Was man auf Island fast nirgends findet, sind Bäume. Dafür hat das allgegenwärtige Moos ein unglaubliches leuchtendes, fast schon neonfarbenes Grün.

Irgendwann in der Dämmerung, die um diese Jahreszeit gegen 23:00 Uhr beginnt, standen wir wieder vor einem tiefen Fluss und beschlossen, hier zu übernachten. Mein neues Zelt Marke Wechsel war schnell aufgebaut und ich bin bis heute begeistert, wie klein das Packmaß ist und wie viel Platz es trotzdem bietet. Tolle Raumausnutzung! Auch die Isomatte Lito M 3,8 vom gleichen Hersteller ist trotz ihrer geringen Abmessungen bequem und warm. Der Schlafsack (Deuter Orbit 0° Reg) war dagegen leider nicht dick genug und so musste ich nachts immer mehrere Klamotten übereinander anziehen.

Am nächsten Morgen war der Wasserpegel soweit gesunken, dass wir den Fluss ohne Schwierigkeiten durchqueren konnten.

TIPP: Flussdurchquerungen: Frühmorgens ist der Wasserspiegel am niedrigsten. Später am Tag bringt die Sonne die Gletscher zum Schmelzen und lässt die Flüsse ansteigen. Auch entfernte Regenfälle können dafür sorgen, dass der Wasserpegel steigt.

Flussdurchquerungen sollte man möglichst nicht alleine angehen. Falls man im Fluss umkippt und das Motorrad Wasser zieht, sollte man wissen wie der Motor wieder zum Laufen gebracht werden kann. In der Mitte sind die Furten häufig tiefer, da dort die Autos und Trucks durchfahren. Der linke oder rechte Rand ist für uns Biker sicherer. Am besten vorher zu Fuß die Tiefe checken. Gerne auch die Ranger oder die Polizei, die auf den Hauptrouten patrouillieren, fragen. Die helfen einem gerne weiter.

TIPP: Ausrüstung. Ein hochwertiges Zelt (sturmstabil und mit einer hohen Wassersäule). Über billige Zelte ärgert man sich spätestens dann, wenn beim Sturm die ersten Zeltstangen brechen. Der Schlafsack sollte lieber zu warm als zu kalt gewählt werden. Dies ist gerade dann wichtig, wenn man nach einer langen anstrengenden Tour hungrig und durchgefroren zum Zeltplatz kommt. Das gleiche gilt für eine gute selbstaufblasende Isomatte. Die hochwertigen Produkte gleichen ihren Preis nicht nur durch die bessere Qualität aus, sie sind auch kleiner und leichter und der Hersteller leistet meistens auch einen besseren Service.

Tourentipp Island

Kurze Zeit später trafen wir auf den nächsten, noch breiteren und tieferen Fluss. Die Furten sind nicht nur das Salz in der isländischen Abenteuersuppe, man lernt dort auch immer wieder neue Leute kennen. In diesem Fall zwei Dänen, die bei unserer Ankunft gerade ihren fetten Geländewagen durch die Fluten bugsierten. Einer von Ihnen heißt Michael, ist Produzent bei einem dänischen Fernsehsender und hatte eine Kameradrohne dabei. Natürlich wurden wir auch gefilmt, als wir unser Gepäck durch den Fluss trugen und anschließend die Mopeds mit laufendem Motor hinterher schoben.

Danach ging es ruhiger weiter. Von den ganzen großen Adventureenduros war weit und breit nichts zu sehen. Wir verbrachten die Tage mit Fahren, Filmen und Fotografieren. Im Süden angekommen trennten sich zunächst unsere Wege. Während ich Reykjavik besuchte, um ein paar befreundete Isländer zu treffen und mir die Stadt anzusehen, fuhr Helen nach Vik an den Black Sand Beach.

Reykjavik hat gerade einmal halb so viele Einwohner wie meine Heimatstadt Kiel. Trotzdem gibt es dort viel mehr zu entdecken als ich in der Kürze der Zeit bewältigen konnte. Selbst ein Motorradmuseum, die berühmte Blaue Lagune ganz in der Nähe und auch das weltweit einzige Penismuseum musste ich auslassen. Gern hätte ich auch an einer Whalewatching-Tour per Schiff teilgenommen.

Als Entschädigung traf ich Helen auf dem Campingplatz an der Südküste in Vik nochmal wieder und wir fuhren zusammen nach Landmannalaugar. Viele Isländer hatten mir diesen Abstecher empfohlen und es hat sich wirklich gelohnt. Die Felsformationen dort haben die unglaublichsten Farben, dazu leuchtend grünes Moos und blendend weiße Schneereste. Island kann auch sehr bunt sein. Wir konnten uns kaum entscheiden: Fahren oder fotografieren? Beides brachte unglaublich viel Spaß. Und während ich bei der ersten Furt am Anfang der Reise noch ziemlichen Bammel hatte, waren die letzten 20 Furten hier kaum noch der Rede wert. Obwohl sie teilweise tiefer waren als die erste.

Nach diesem letzten Highlight der Reise war es Zeit, mich von Island und von Helen zu verabschieden. In Seydisfjördur wartete die Fähre. Der letzte Tag endete wie der Erste begonnen hatte, mit Dauerregen und Kälte. So machte Island mir den Abschied etwas leichter.

Draußen auf dem spiegelglatten Nordatlantik schien dann wieder die Sonne. Ich lag an Deck und fing an, all die Eindrücke der letzten Wochen zu verarbeiten. Mir ist jetzt klar, warum Island für so viele Besucher ein Sehnsuchtsort ist. Und bin sicher und glücklich die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Denn jetzt hat auch mich diese kühle Schönheit im Atlantik in ihren Bann gezogen.

Tourentipp Island

Tipps und Tricks

Anreise Variante 1:

Anreise aus Deutschland entweder mit der Fähre von Dänemark (Hirtshals), über die Faröer nach Island. Fährüberfahrt Hin -und Rückreise jeweils zwei Tage + An -und Abfahrt zum Fährhafen. Wer auf den Faröern Zwischenstation macht bekommt die Überfahrt etwas günstiger. Für die Anreise in der Hauptsaison Juli/ August unbedingt rechtzeitig reservieren.

Vorteile: Eigenes Fahrzeug und bei längerem Aufenthalt etwas günstiger.

Nachteile: ca. 6 Urlaubstage werden für die An –und Abreise benötigt. Bei Seegang kein Vergnügen für alle Landratten.

Variante 2:

Anreise mit dem Flugzeug und vor Ort ein Motorrad mieten.

Vorteile: Schnell und ohne große Vorbereitungen ist Island erreicht. Meistens gepflegte Maschinen.

Nachteile: Leihmaschinen teuer und die Auswahl ist recht begrenzt. Einschränkungen bei der Befahrung der Tracks.

Variante 3:

Motorrad verschiffen und selbst mit dem Flugzeug fliegen.

Vorteile: Eigenes Motorrad, schnelle Anreise.

Nachteile: Papierkram, Teuer, Motorrad muss zum Hafen und vor Ort durch den Zoll gebracht werden.

Wer sich das selbst nicht zutraut kann u.a. die Firma Intime von Olaf J. Kleinknecht aus HH anschreiben. Olaf hat genügend Erfahrung mit der Organisation von Motorradreisen weltweit.

Tourentipp Island

Motorrad:

Im Prinzip kann mit jedem Typ von Motorrad Island befahren werden. Die Ringstraße (Golden Circle) ist komplett asphaltiert. Auch für schwere Cruiser kein Problem. Es gibt auf Island sogar einen Harley-Club. Und für viele Sehenswürdigkeiten reicht eine Straßenmaschine völlig aus. Wer aber auch die geschotterten Nebenstraßen befahren möchte, sollte sich lieber für eine Reiseenduro entscheiden. Wem das immer noch nicht reicht, und die F-Straßen austesten will, die meistens zu den schönsten Plätzen aber auch durch viele Furten führen, sollte sich für eine möglichst leichte Enduro entscheiden und dann lieber nicht allein fahren.

Ausstattung Motorrad:

Mit schlechtem Wetter ist auf der Insel immer zu rechnen. Daher machen ein Windschild und Heizgriffe Sinn. Wer sich abseits des Asphaltbandes rumtreibt, sollte grobes Stollenprofil aufziehen.

Ein gutes Fahrwerk ist sicherlich auch nicht von Nachteil. Gerade wenn sehr viel Gepäck mitgeführt wird. Flickzeug für Reifen sollte auch dringend dabei sein. Das scharfe Vulkangestein hat schon so manchen Reifen aufgeschlitzt. Das Gepäck sollte unbedingt wasserdicht verschließbar sein.

Ausstattung Fahrer:

Auf jeden Fall genügend warme Unterwäsche mitnehmen. Selbst im Sommer können die Nächte sehr kühl werden. Lieber etwas zu warm anziehen als ständig zu frieren. Stiefel und Socken werden beim Durchqueren der Flüsse auch irgendwann nass, daher ausreichend Ersatzstrümpfe mitnehmen. Ebenso zwei Paar Handschuhe (ein dünnes und ein warmes Paar). Wer im schwerem Gelände ins Schwitzen kommt, sollte darauf achten, dass er die Membrane und das Innenfutter der Jacke entfernen kann.

Beim Helm sollte ein Pinlockvisier, dass dem Beschlagen vorbeugt, eingebaut sein.

Bei den Stiefel würde ich eine höhere Variante empfehlen, da dadurch das Wasser nicht so schnell eindringt, wenn der Fluss vor dem Queren erkundet wird. Stabile und wasserdichte Endurostiefel sind hier erste Wahl.

Gepäck:

Zelt oder Hotel ist hier die Frage. Campen ist wesentlich günstiger und flexibler, erfordert aber auch mehr Packvolumen und erhöht das Gewicht.

Hotels bieten mehr Komfort und erfordern keine große Campingausrüstung, kosten aber auch eine Menge und erfordern rechtzeitige Buchung. Außerdem müssen die Ankunftszeiten eingehalten werden.

Wer sich für das Campen entscheidet findet bei Louis auch sehr kleine, leichte und stabile Zelte von Wechsel.

Der Schlafsack sollte unbedingt warm sein und man sollte sich nicht am Limit sondern am Komfortbereich orientieren. Meiner war leider etwas kalt und ich musste einige Nächte alle warmen Sachen anziehen die ich finden konnte.

Für die Tour habe ich mich für einen Gaskocher entschieden, da dieser für meine Zwecke (Wasser zum Kochen bringen für Kaffee und Porridge) vollkommen ausreicht. Er ist schnell, sauber und nicht so laut wie ein Benzinkocher. Beschichtetes Kochgeschirr erleichtert das Abwaschen sehr. Für weitere Ausstattung schaut unter Campingausrüstung bei Louis.

10 Dinge die Ihr unbedingt vermeiden solltet auf Island:

  1. Offroad fahren. Auf gar keinen Fall abseits der Straße/ Tracks fahren. Bitte unbedingt daran halten. Da verstehen die Isländer überhaupt keinen Spaß. Die Natur erholt sich nur sehr langsam von den Schäden die durch die Reifen entstehen. In den Naturschutzgebieten sind Helikopter unterwegs, um nach Verstößen zu suchen. Wird richtig teuer. Außerdem sind die Tracks für 4WD heftig genug, da braucht man nicht extra abseits der Route fahren.
  2. Über Walfang diskutieren, das machen die Isländer schon selbst. Und wie viele andere Nationen, lassen sich auch Isländer von Touristen nicht gerne etwas sagen. Lieber eine Whalewatching-Tour buchen und so diese Einnahmequelle unterstützen.
  3. Müll nicht wieder mitnehmen. Durch die tiefen Temperaturen verrotten die Abfälle nur sehr langsam. Sollte eigentlich selbstverständlich sein.
  4. Dies gilt auch für menschliche Ausscheidungen. Durch die hohe Anzahl an Touristen ist es nicht schön überall auf Klopapier und Häufchen zu treffen.
  5. Wetterwarnungen missachten. Das Wetter ist sehr wechselhaft. Sturm in Orkanstärke können beim Motorradfahren zum echten Problem werden. Außerdem treten auch Schnee- und Sandstürme auf. Es gibt gute Wetter-Apps für das Handy.
  6. Schuhe nicht ausziehen, wenn man das Haus eines Isländers betritt. Wird nicht gerne gesehen. Daher die Straßenschuhe draußen lassen.
  7. Steinhäufchen bauen. Bitte die Steine dort lassen wo sie sind.
  8. Warnhinweise am Strand missachten. Vorsicht am Meer, die Brandung kann plötzlich größer sein als sonst und zieht einem die Beine weg. Es sind schon Opfer zu beklagen.
  9. Isländer duzen. Wenn Isländer deutsch sprechen, sollte man sie auch siezen.
  10. Im Schwimmbad sich nicht an die Regeln halten. Bitte die Schilder lesen oder die Isländer fragen.

Text und Fotos: Hinrich Krützfeldt
Webseite: Bikeandtravel »

www.bikeandtravel.de

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